Samstag, 16. August 2008

Homeless Natalie

Nach meiner verkorksten Nacht auf dem JFK musste ich heute erst einmal ausschlafen, dann habe ich Alexander etwas Westport und den Stew Leonard´s gezeigt und bin wieder schlafen gegangen. Um acht Uhr war ich dann soweit fertig, dass ich mich mit den Mädels wieder in der Stadt treffen konnte. Nachdem ich mit Julia etwas durchs West Village spaziert bin, haben wir uns mit Louisa um neuen vor dem Sin Sin im East Village getroffen. Das Sin Sin ist eine kleine, heruntergekommene, versiffte Bar. Aber was solls: von neun bis zehn gibt es hier alle Wodka Absolut- Getränke for free. So waren wir ziemlich genau diese eine Std dort- das hat gereicht.

Julia, Louisa und ich


Ich durfte auch mal ran...


Anschließend mussten wir einen kurzen Zwischenstop bei einem Deli machen- wir brauchten etwas anderes zu Trinken und zu essen...


Mexikanischer Chicken Wrap...


Die Limo wartete schon draußen vor der Tür auf uns...


Um kurz nach zehn haben wir dann noch Julia (eine zweite Julia) getroffen. Haben dann aber beschlossen, das East Village zu verlassen und zurück nach Midtown zu fahren. Ein Bekannter von Julia promotete dort einen Club, das Touch, in das wir kostenlos reinkamen. Ich stand nur vor einem Problem: da wir eigentlich gediegen weggehen wollten, hatte ich keine hohen Schuhe getragen, was jedoch Voraussetzung für den Eintritt in einen Club in NY ist. So musste ich mich mit meiner Schuhgröße 42,5 in Julias zweites Paar, Größe 38, reinzwängen. Sie hat zum Glück immer ein Tauschpaar mit sich.

Im Taxi...


Im Touch...


Die Musik war recht gut, doch leider viel zu voll.


So machten wir uns nach einer Std wieder auf den Weg. Gekostet hatte es ja nichts :-)

Dann sind wir den Times Square hinunter gelaufen und wollten uns noch gemütlich in eine Cocktail Bar setzen. Doch leider wollte uns keine Bar, welche uns interessiert hätte, mehr reinlassen, da sie schließen wollten.
So beschlossen wir, den Abend zu beenden und den Nachhauseweg anzutreten.
Dieser endete für mich vor der abgeschlossenen Grand Central. Wer dachte auch schon, dass am Wochenende um zwei Uhr der letzte Zug fahren würde? Ich zumindest nicht.
Leider war schon viertel Drei... Und was nun? Leider hatte ich kein Handy und auch nicht ihre Nummer mit. So konnte ich Julia nicht erreichen um mich bei ihr einzuquartieren.

Ich war zum Glück nicht die einzige, welche die Metro North nehmen wollte um nach Hause zu kommen. So kam ich in meiner Not mit drei netten Amerikanerinnen und deren Freunde ins Gespräch. Einer von ihnen hatte wohl einen Cousin, der nur unweit von der Grand Central ein Apartment besitzt und übers WE ausgeflogen war. Dieser hatte dann den Security des Hauses informiert und ihm das Apartment für diese Nacht zur Verfügung gestellt. Freundlicherweise hatten diese mir angeboten, mitzukommen. Da alle sehr freundlich und größtenteils auch noch nüchtern waren und ich derart verzweifelt war, dass ich die Nacht auf den Straßen von NY verbringen müsse, nahm ich deren Angebot dankbar an.
Das Apartment war absolut sauber und wirklich sehr schön. Drei von den sieben waren kaum auf dem Sofa gelandet, haben sie auch schon geschnarcht. Ich schloss mich dann den anderen Vieren an, die auf der Dachterasse noch etwas Trinken wollten.
So saß ich hier: mit vier Amerikanern auf einer Dachterasse mitten in Manhattan in der 37th St, 3rd Ave, mit Blick auf das Empire State Building und den umliegenden Wolkenkratzern.


Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte: irgendwie war es total irre.
Ich saß mit wildfremden Amerikanern auf einer Dachterasse mit Blick aufs Empire, nachts um halb vier, die waren total lustig und auch durchgeknallt, kam mir gleich akzeptiert vor und war einfach nur froh nicht alleine 3 Std durch Manhattan irren zu müssen... das hätte übel werden können!!!


Um viertel fünf sind wir dann noch etwas schlafen gegangen. Ich habe den besten und bequemsten Sessel bekommen :-)
Ich wollte gleich morgens um 5.35 am den ersten Zug nach Hause nehmen, denn ich war mir sicher, dass ich eh nicht schlafen würde. Doch dem war nicht so.
Nachdem ich aufgewacht bin, habe ich mich dann heimlich und ganz leise aus dem Staub gemacht, sodass ich um 7 am dann im Zug gesessen, bzw. gelegen bin.

Davor musste aber noch ein kleines Frühstück- vor allem ein Kaffee sein...


Kaffee und Cranberry-Muffin :-)

Um halb neun lag ich dann erneut im Bett- dieses Mal im richtigen. Nun hieß es schnell einschlafen, denn um 2 pm muss ich schon wieder am Union Square sein, Sabine wartet. Gute Nacht!!!

Zu diesem Abend, bzw. dieser Nacht fällt mir nur folgendes ein:
--> Glück im Unglück!
--> Selbst Schuld- wer zu geizig für ein Handy ist

Trotzdem war es ein einzigartiges Erlebnis :-)

Stefan und Fabi hatte ich noch verboten zu petzen... und ich? Kann nichts für mich behalten...
Mama, keine Sorge, ich habe alles im Griff! :-)

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